Cornrows und Dreadlocks – Frisuren fernab von gewöhnlich

Dreadlocks und Cornrows sind noch immer ungewöhnliche modische Frisuren. Haben dabei aber traditionelle Wurzeln in zahlreichen Kulturen.

Ob als Statement, Hommage oder aus individueller Vorliebe – wer die Haare zu Cornrows flechten oder Dreadlocks filzen will, muss auf das richtige Vorgehen und die passende Pflege achten.

Cornrows – Stile, Flechten, Pflege

Mann mit DreadlocksBei Cornrows oder Cornrolls, wie diese auch genannt werden, handelt es sich um geflochtene Zöpfe, die eng an der Kopfhaut anliegen. Sie können schmal oder voluminös sein, gerade verlaufen oder sich in kunstvoll geschwungenen Mustern über den Kopf ziehen.

Ebenso können Sie direkt im Nacken enden, in Rastazöpfen weiterverlaufen oder als halbe Cornrows am Ende offen bleiben.

Für ein sauberes Ergebnis werden die Haare zunächst in gewünschter Breite in Streifen eingeteilt, und zwar von der Stirn bis in den Nacken. Im Anschluss werden sie ebenfalls von vorn nach hinten geflochten, wobei nach jeder Flechtbewegung neue Haarsträhnen aufgenommen werden. Nur dadurch sitzen die Rows später eng und fest an der Kopfhaut. Um eine gleichmäßige Dicke und ein ansprechendes Volumen zu erreichen, kann zusätzlich strähnchenweise Kunsthaar eingeflochten werden. Dieses sorgt weiterhin dafür, dass die Frisur länger hält und sich die Enden leichter durch Hitze versiegeln lassen.

Ewig halten die Cornrows aber auch mit ihnen nicht. Wenige Wochen bis mehrere Monate dauert es, bis die Zöpfe ausfisseln und lose werden.

Zur schonenden und dennoch gründlichen Reinigung wird das Shampoo entweder in der Hand aufgeschäumt oder schäumend in Wasser gelöst. Danach wird es, mit so wenig Reibung wie nur irgend möglich, aufgetragen und mit wenig Druck – dafür aber lange – ausgespült. Geföhnt oder gerubbelt werden darf auf gar keinen Fall. Zum Trocknen darf lediglich Luft ran. Das leichte Aufdrücken eines Handtuchs ist notfalls aber auch möglich.

Tipps: Wer über Nacht ein Tuch aus Satin trägt, kann die Haltbarkeit des geflochtenen Kunstwerks deutlich erhöhen.

Dreadlocks – filzen und waschen

Dreadlocks wirken auf den ersten Blick so einfach. Das Kämmen und Waschen einstellen und ab und an mal ein paar Strähnen auseinanderziehen oder zwischen den Händen reiben – mehr braucht es doch nicht, oder?

Wer so filzt, wird schnell enttäuscht sein. Besser ist es, die Haare im Vorfeld aufzurauen und dann Toupieren als Methode der Wahl zu nutzen. Dazu werden die Haare zunächst, möglichst ohne Kontakt zur Kopfhaut, mit Kernseife gewaschen. Im Anschluss werden sie trocken in Abschnitte der gewünschten Größe eingeteilt. Je dünner die Locks werden sollen, desto kleiner müssen die Abschnitte sein. Nun erfolgt wiederholtes Kämmen von der Spitze bis direkt an den Haaransatz.

Das Ergebnis ist erst einmal struppig. Mit einem Rollen zwischen den Handflächen und dem Einarbeiten herausstehender Haare durch eine feine Häkelnadel lassen sich die Dreadlocks aber verfeinern.

Zum Waschen, was je nach Bedarf jede Woche oder nur einmal im Monat erfolgen kann, sollte anfangs Duschgel, Kernseife oder spezielles Dread-Shampoo verwendet werden. Anti-Fett-Shampoo oder Schuppen-Shampoo ist ebenfalls geeignet. Bei älteren Dreads darf es auch etwas sanftere Pflege, beispielsweise Shampoo für normales Haar, sein. Wichtig ist, jeden Filzstreifen einzeln einzuschäumen und danach gründlich und mit wenig Druck wieder abzuspülen. Das kann viel Zeit und Wasser beanspruchen, ist aber der einzige Weg, aggressive Rückstände und starken Juckreiz zu vermeiden.

Das Trocknen erfolgt durch das Ausdrücken des Wassers. Mit einem Föhn kann aber auch nachgeholfen werden.

Tipp: Anfangs lieber einen Spezialisten aufsuchen, als Selbstversuche zu starten.

 

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